Beobachtungen bei der Europäischen Taiko Konferenz

Ich habe bei der European Taiko Conference in England viele (natürlich nicht nur) junge Taiko-Spieler getroffen. Viele dieser Spieler waren von den lokalen Gruppen Kagemusha Taiko, oder zugehörigen Gruppe Tano Taiko, also waren die Gastgeber der Konferenz.

Alle diese jungen Taiko-Spieler, Jugendliche oder junge Erwachsene Anfang 20, waren hervorragend gute Trommler, aber das war nicht das, was mich am meisten beeindruckte. Vielmehr war es ihre Aufrichtigkeit, Hilfsbereitschaft, ihre Offenheit, Neugier und Kontaktfreude! Sie halfen wie selbstverständlich beim Transport der Taikos während der Konferenz, sie sprachen fremde Menschen ohne Schüchternheit an und kamen mit ihnen ins Gespräch, und ihr Selbstbewusstsein trat aus ihren Gesichtern deutlich hervor! „Beobachtungen bei der Europäischen Taiko Konferenz“ weiterlesen

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Taiko Conference Observations

At the European Taiko Conference in England I met a lot of (not only) young taiko players. Many of those young players were from the local groups Kagemusha Taiko and Tano Taiko, who were the hosts of the conference.

All of these young drummers, around the age of 20, were fantastic skilled drummers, but that wasn’t the part, that impressed me most. It was their sincerity, their helpfulness, their openness and curiosity. They helped out moving drums around during the conference, talked to strangers without hesitation and their confidence could be clearly seen in the expression of their faces.

Young people can often be seen, sunken into the screens of their smartphones, even if they are sitting together in a café, unable to recognize the virtues of real communication opposed to digital communication. I’m sure that’s not only a phenomenon in Germany, but in many countries of the world. That doesn’t only relate to young people, but as the younger generations grew up with mobile phones and later smartphones, and never experienced a time without those devices, it’s more difficult for them to see their negative sides.

The young members of Kagemusha Taiko, although they owned smartphones of course, they almost never fell into smartphone zombie mode. Instead they chatted, danced, played games and just had a wonderful time with everybody.

This is just a small example, but there were also many other aspects of their behavior, that showed that these were young adults, that many parents or teachers probably would have loved to see as a result of their efforts in education.

But it must not (or not only) have been school, or their parents, that were responsible for the optimistic nature of these young people, there must have been a connection to them playing and learning taiko together in a group! Through Taiko Jonathan Kirby is able to communicate values. That’s something many school teachers of religious education and similar subjects struggle to achieve when they discuss with their students in class.

So what’s the difference? I can only guess. But I suppose that the determining difference is, that playing Taiko is just simple fun, opposed to debating around about values and behavior. Taiko offers practical challenges that give you an opportunity to learn, and it can’t work without teamwork! Through his taiko program at schools, that Jonathan has been doing for a long while, he probably could have much more positive influence on these young people, than he could ever have through teaching French (I’m sure, he wasn’t such a bad French teacher either though!).

Jonathan, you have my greatest respect for your success in not only teaching nice rhythms, but „making possible“ (rather than „teaching“) much more than that!

Kengaku – Lernen durch Beobachtung

Es ist Zeit, diesen Blog mal wieder etwas zu beleben, er hat in letzter Zeit doch viel zu wenig Zuwendung erfahren.

Ich möchte über ein Thema schreiben, dass für mich ein sehr wichtiges und essentielles Element das Taiko-Unterrichts darstellt. Das Beobachten, Zuschauen. Im japanischen gibt es dafür den Begriff Kengaku (見学). Das Wort setzt sich zusammen aus den beiden Schriftzeichen für „Sehen“ und „Lernen“. Dass es hierfür keine direkte oder wirklich passende Übersetzung ins Deutsche gibt, ist kennzeichnend für zwei unterschiedliche Lernkulturen. „Kengaku – Lernen durch Beobachtung“ weiterlesen

Tawoo und Hühnereier

Am Dienstag war der erste Übungstermin im Tawoo Dojo. Diese Übung begann mit für Tawoo-Verhältnisse wenigen Teilnehmern, es waren am Anfang nur ca. 15 Leute. Das ändert sich aber für gewöhnlich im Tawoo Dojo immer im Laufe des Abends, da dann immer mehr Teilnehmer nach der Arbeit hinzustoßen. In diesem Fall steigerte sich die Teilnehmerzahl bis zum Ende der Übung auf geschätzte 40-45 Teilnehmer.

Geübt wurde eine schnelle Version des Tawoo-Stücks T3. Ich hatte diese T3-Version das erste mal bei Tawoo Rhythm, dem jährlichen Taiko-Festival des Tawoo Dojo vor 2 Jahren gesehen und war schon damals von der wahrlich „explosiven“ Energie, die dieses Stück ausstrahlt begeistert!

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Eine Definition von Virtuosität

Bei Musikern im Allgemeinen ist oft die Virtuosität ein besonderes
und herausragendes Element ihres Spiels. Wer sein Instrument auf eine virtuose Weise beherrscht, der beherrscht schnelle Tempi, komplexe Rhythmen und Abläufe und erntet dafür oft Applaus und Bewunderung.

Kritiker sagen dann oft, es gehe doch bei der Musik um andere Dinge und nicht darum, wie schnell und kompliziert jemand spielen könne. Das stimmt natürlich auf gewisse Weise. Andererseits gelangen auch nur die Musiker zu wirklich großer Berühmtheit, die ihre Virtuosität mit viel Musikalität und Gefühl verbinden können. Die, bei denen die Virtuosität zu einer Demonstration von Technik verkommt, die gibt es auch. Auch sie können eine gewisse Bekanntheit erlangen, aber nie auf die gleiche Art wie diejenigen, bei denen die Virtuosität nicht die Hauptrolle, sondern eine Rolle von vielen spielt.

Es ist aus meiner Sicht ein Fehler, Virtuosität auf der einen Seite und Musikalität auf der anderen Seite gegeneinander auszuspielen,

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Fruchtbarer Boden im Taiko – Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht

Am Donnerstag fand die erste Probe des sogenannten „Tokuchuu-Joshi“-Teams unter der Anwesenheit von Kaoly statt. Für mich in Japan erst die dritte Probe überhaupt. Nun folgt nur noch eine Generalprobe am Samstag bevor dann am Sonntag das Tawoo Rhythm-Festival stattfindet. Und was war das heute für eine Probe! 4 Stunden bei schon (für deutsche Verhältnisse) recht hoher Luftfeuchtigkeit, wenn auch draussen nur 16 Grad sind und es regnet, läuft der Schweiss schon nach wenigen Schlägen.

Das Tokuchuu-Joshi-Team besteht aus 9 fortgeschrittenen Spielerinnen „Fruchtbarer Boden im Taiko – Gras wächst nicht schneller wenn man dran zieht“ weiterlesen

Mehr Wie als Was, aber Warum?

Der erste richtige Probentag für das in einer Woche stattfindende Tawoo Rhythm-Festival ist vorbei und ich bin teilweise beeindruckt, geschockt, inspiriert und eingeschüchtert. Warum, dazu mehr später.

So ein Probe läuft in etwa so ab, daß von 13 bis 21 Uhr in einem großen Saal geprobt wird. Dabei hat jedes Team das bei Tawoo Rhythm auftritt ca. 20 bis 30 Min. zu proben, während die anderen Teams schonmal das „Testpublikum“ bilden. Man schafft also möglichst realistische Bedingungen, damit der Gang auf die Bühne später nicht so ganz wie ein Sprung ins kalte Wasser wird. Währenddessen nimmt Kaoly, die Leiterin des Tawoo Dojo „Mehr Wie als Was, aber Warum?“ weiterlesen